Hollenstein an der Ybbs

Erstellt am 17. August 2018, 05:00

von Lisa Hofbauer

„Solange es Imker gibt, wird es auch Bienen geben“, meint der Hollensteiner Imker Albert Haring. Er betreut in seinem Elternhaus in Hollenstein zehn Bienenstöcke. 373 46 Goth M 36 S4 schwarzem und Emo NEWROCK Leder Weise Rock EU Metallic Biker New aus Art Stiefel  |  Lisa Hofbauer

Während viele unter der Sommerhitze leiden, macht diese den Bienen wenig zu schaffen. Eifrig schwirren sie um ihren Bienenstock und von dort aus zu den Blüten, um Nektar zu sammeln. „Bienen fliegen nur bei Schönwetter und kommen meist erst so ab zehn bis zwölf Grad Celsius aus ihrem Stock“, erzählt Imker Albert Haring.

Der 67-Jährige ist nach seiner Pensionierung mit seiner Familie zurück in sein Elternhaus in Hollenstein übersiedelt. Zuvor hat er viele Jahre in Deutschland und in der Schweiz verbracht. „Damals hätte ich keine Zeit für die Bienenzucht gehabt. Als wir dann nach Hollenstein gezogen sind, habe ich mir einen Bienenstock angeschafft“, erzählt der Imker. Mittlerweile betreut der gelernte Koch und Kellner zehn Bienenstöcke. „Bienen sind nicht zähmbar und daher unheimlich faszinierende Wesen. Man lernt beim Imkerhandwerk nie aus“, meint Haring.

Bis zu 100 Kilogramm Honig kann ein Bienenstock pro Jahr bringen. „Heuer ist aber ein sehr schlechtes Jahr für die Honigernte“, sagt der Imker. „Wahrscheinlich werden es nur 15 Kilo pro Stock.“ Grund dafür ist, dass im April die Blühzeit zu früh einsetzte und dann alles gleichzeitig in Blüte stand. „Da waren die Völker noch nicht stark genug und nachdem alles verblüht war, mussten wir ihnen mit Zuckerwasser über die Runden helfen“, erzählt Haring.

„Ich glaube nicht, dass Bienen aussterben werden. Solange es Imker gibt, wird es auch Bienen geben.“Imker Albert Haring

Wie viele Bienen es gibt, sei von Jahr zu Jahr unterschiedlich, meint Haring. „Entscheidend ist auch immer, wie viele den Winter überleben. Vor etwa zwei Jahren starben etwa 50 Prozent der Bienen über den Winter, daher gab es dann im Sommer darauf sehr wenige.“

Bis zu 80.000 Bienen wohnen im Sommer in einem Bienenstock, 20.000 sind es im Winter. Sommerbienen leben im Schnitt nur sechs Wochen lang. „Im Winter haben die Tiere nichts anderes zu tun, als zu fressen – da werden sie ein halbes Jahr alt“, erklärt Haring.

Emsig geht es in und an den Bienenstöcken von Imker Albert Haring zu. Den Bienen macht die große Hitze im Gegensatz zu den Menschen nichts aus.  |  Lisa Hofbauer

Doch um ihren Nachwuchs müssen sich die Bienen keine Sorgen machen. „Jeder Stock hat eine Königin und die legt pro Tag 2.000 Eier“, sagt Haring. Die jungen weiblichen Bienen werden auch sogleich zur Arbeit eingeteilt: „Zunächst umsorgen sie die Waben und übernehmen das Füttern der anderen Bienen, in ihrem zweiten Lebensdrittel arbeiten sie als Wächterbienen. Erst im letzten Lebensdrittel fliegen sie als Sammlerbienen aus“, erzählt der Imker. Männliche Bienen sind hingegen nur zur Befruchtung der Königin da. Werden sie gegen Ende des Sommers – wenn die Königin nur mehr wenige Eier legt – nicht mehr gebraucht, werden sie aus dem Stock vertrieben. „Männchen haben es bei den Bienen nicht leicht“, lacht Haring.

Ohne Hilfe könnten Bienen jedoch mittlerweile nicht mehr überleben. Imker leisten daher eine enorm wichtige Arbeit für den Erhalt der Bienenpopulation. „Natürliche Fressfeinde der Bienen sind eigentlich nur Wespen und Hornissen. Die Varroamilbe, Monokulturen und vor allem Pestizide machen den Tieren aber sehr zu schaffen“, meint Haring.

„Braucht ein Umdenken bei den Menschen“

Während die Bienen gegen die Varroamilben mit Ameisen- oder Oxalsäure behandelt werden können, bräuchte es in Sachen Monokulturen und Pestizide vor allem ein Umdenken bei den Menschen, meint Haring. „Schädlinge mit Chemie zu vernichten, schadet auch den Bienen. Es gibt gute, natürliche Alternativlösungen. Auch beim Düngen sollte man auf Chemie verzichten. Hier kann man sich mit Mikroorganismen gut helfen.“

Er glaubt nicht, dass die Bienenpopulation – wie so oft befürchtet – eines Tages aussterben wird. „So lange es Imker gibt, wird es auch Bienen geben“, meint er. Dennoch sind Bienen auf Unterstützung angewiesen. Neben dem Verzicht auf Pestizide sind für Bienen blühende Pflanzen das Um und Auf – doch nicht alle Blumen nützen ihnen. Wer also den emsigen Tieren helfen möchte, sollte Pflanzen setzen, bei denen die Blüten offen und die Pollen daher leicht zugänglich sind (siehe Infobox). „Blühstreifen – und seien es auch nur kleine –, natürlich bewirtschaftete Gärten mit Blumen oder Balkonpflanzen helfen den Bienen sehr“, sagt Haring. „Jeder Quadratmeter Blühfläche zählt.“

Man kann den Bienen auf vielerlei Arten helfen, etwa indem man für Abkühlung sorgt. Um den Bienen einen „Pool“ zu bauen, braucht man nur eine Tonschale sowie Moos, um Landeflächen zu schaffen.  |  Lisa Hofbauer