„Nicht schon wieder Hausaufgaben!“ Nach Hause kommen, sich entspannt hinsetzen und den ganzen Nachmittag frei haben, das ist eine Utopie für viele Schüler. Welche Vor- und Nachteile Hausaufgaben haben und wie man Hausaufgaben erträglicher machen kann, erfahrt ihr hier. Vielleicht könnt ihr eure Lehrer in der nächsten Diskussion ja von eurer Meinung überzeugen.

Argumente für Hausaufgaben

  1. Einige Aufgaben, die Einzelarbeit erfordern, wie zum Beispiel das Auswendiglernen kann man im Unterricht gar nicht machen. Vor allem bei Vokabeln ist das Wiederholen wichtig.
  2. Jeder Schüler lernt anders. Zu Hause kann jeder nach individuellem Lerntempo Aufgaben bearbeiten.
  3. Die Zeit in der Schule reicht oft nicht, um den Lernstoff in ausreichendem Umfang zu üben. Vertiefung funktioniert besser, wenn man sich nachmittags nochmal damit beschäftigt.
  4. Außerdem stärken Hausaufgaben die Selbstständigkeit. Wichtig ist hier aber zu beachten, dass Inhalte und Methoden von den Lehrern vorgegeben werden, denn es ist nicht der Sinn, dass man als Schüler sich selbst überlassen wird. Durch Hausaufgaben lernt ihr nämlich, wie ihr euch organisieren könnt, beispielsweise das Zeitmanagement, das euch später nach der Schule sehr helfen wird.
  5. Lehrer können einen individuellen Lernplan für eine Klasse oder einen bestimmten Schüler erstellen, wenn Hausaufgaben besprochen werden. Denn wenn die Hälfte der Klasse Aufgaben zu einem Thema zu Hause nicht bearbeiten kann, sehen Lehrer, dass da noch viel Bedarf ist.

Argumente gegen Hausaufgaben

  1. Hausaufgaben bedeuten oft zusätzlich Stress und Belastung. Diejenigen von euch, die nach der Schule noch zum Sport- oder Musikverein gehen und ihr Social Life pflegen wollen, kennen das Problem. Der Tag ist einfach viel zu kurz.
  2. Belastung sind viele Hausaufgaben auch für das Familienleben. Viele Eltern können nicht helfen oder haben keine Zeit, wodurch es bei einigen Familien zu ständigen Streitereien kommt.
  3. Zu viele Aufgaben nach Hause verlagern ist auch gegen die Chancengleichheit, denn Eltern, die Akademiker sind oder es sich leisten können, geben ihren Kindern Hilfe oder stellen Nachhilfelehrer ein, während Eltern mit geringem Einkommen oder wenig Bildung ihren Kindern wenig helfen können.
  4. Würde man fragen, wer schon einmal Hausaufgaben abgeschrieben hat, würde sich wahrscheinlich fast jeder melden. Hausaufgaben führen also manchmal zu mehr Unehrlichkeit und Betrug als Selbstständigkeit.

Was nun?

Hausaufgaben an sich sind keine schlechte Sache, denn gerade der Übungsaspekt spricht dafür. Jedoch sollte man die Art und Weise von Hausaufgaben überdenken.  Eine Untersuchung des deutschen Bildungsserver sagt: Lieber häufiger und in kleinem Umfang als seltener und eine ganze Menge, besonders in Fächern wie Mathematik. Denn Hausaufgaben sollen zum besseren Verständnis helfen und auf keinen Fall den Unterricht ersetzen. Außerdem ist es wichtig, dass Lehrer im Vorfeld Schülern beibringen, wie man richtig an Hausaufgaben herangeht. Eine Forschung der Universität Bayreuth zum Thema Hausaufgaben zeigt, dass oft davon ausgegangen wird, dass Hausaufgaben fremde Hilfe, zum Beispiel von Eltern, benötigen und nicht nur die Sache von Schülern ist.

Auch das Bestrafen beim Nichtmachen ist nicht besonders sinnvoll. Denn viele Schüler machen dadurch nicht unbedingt häufiger Hausaufgaben, sondern denken sich Strategien aus, den Bestrafungen auszuweichen. Und das ist doch eher kontraproduktiv. Wenn wir uns fragen, wieso viele keine Hausaufgaben machen, dann ist die Antwort oft die Menge und schlechte Herangehensweise. Hausaufgaben sollten einfach nicht mehr so eine große Belastung sein. Daher ist das Fazit: Hausaufgaben sind grundsätzlich sinnvoll, aber die Organisation seitens der Lehrer sollte verändert werden. Wenn ihr das Gefühl gehabt, dass ihr nicht weiterkommt oder euch überfordert fühlt, dann sprecht eure Lehrer auf jeden Fall darauf an.

Wenn ihr Hilfe bei den Hausaufgaben braucht, könnt ihr auch GoStudent besuchen. Da werden euch über Foren Fragen beantwortet. Das Gute daran: es kostet nichts. Mehr über GoStudent erfahrt ihr hier.